Juli 22, 2019

Verzinsung der Lebensversicherung im Spiegel der Medien

by Julius Leineweber in Business, Corporate

Die Berichterstattung in Verbindung auf Geldwertanlagen und besonders Lebensversicherung in den Mainstreammedien zu beobachten, ist recht faszinierend. Während einer Zeitphase wird die Lebensversicherung als Altersvorsorgeprodukt niedergemacht, hinterher wieder über den grünen Klee gelobt. Als Abnehmer hat man es recht schwer, sich eine zutreffende Meinung zu bilden.

Am interessantesten erscheint es, wenn es Tipps zur Lebensversicherung zu lesen gibt. Niemand stellt das Konzept Lebensversicherung infrage. Es wird völlig selbstverständlich davon ausgegangen, dass die Lebensversicherung noch heute, wie vor 40 Jahren, eine wichtige Säule der Altersvorsorge wäre. Dabei ist es doch exakt das, was die Lebensversicherung auf Basis ihrer Konzeption und des Geldwertcharakters gar nicht imstande ist, zu leisten.

Die Lebensversicherung realisiert sichere Erträge, das steht fest. Mittels Vertrag wird eine Garantieverzinsung bestimmt und auf die kann sich der Vertragsinhaber verlassen. Aber was wird tatsächlich verzinst? Wird denn verzinst, was eingezahlt wird? Man würde glauben, dass dem so wäre und die meisten Versicherten gehen auch davon aus, sonst hätten sie womöglich gar nicht so etwas abgeschlossen.

Zinsen nur auf einen Teilbetrag

Was verzinst wird, ist nur der Sparanteil. Dazu sollte man verstehen, dass sich die zu zahlenden Prämien aufteilen in Verwaltungs-, Risiko- und Sparanteil. Der Sparanteil ist der Anteil des Kapitals, welcher verzinst wird. Jener verzinste Sparanteil baut die Leistung im Erlebensfall der Versicherung auf, das sogenannte Deckungskapital. Mit dem Risikoanteil wird der Absicherungsanteil finanziert. Das können Leistungen im Todesfall, Berufsunfähigkeit oder andere Leistungen sein. Der Risikoanteil wird laufend verbraucht und spielt damit für die Kapitalbildung keine Rolle, solange keine Risikoüberschüsse anfallen und dem Vermögen zugerechnet werden. Kosten wie beispielsweise die Abschlusskosten für die Zahlung der Vermittlungsgebühr oder die monatlichen Verwaltungskosten werden über den Kostenanteil abgedeckt. Die Höhe des Kostenanteils ist zu Laufzeitbeginn, wenn die Courtage als Minus in das Versicherungskonto eingebucht wird, am höchsten und nimmt nach Zahlung der Vermittlungskosten ab, bis einzig noch die Verwaltungskosten den Beitrag schmälern. Die Höhe der Verwaltungskosten ist je nach Anbieter unterschiedlich hoch und liegt zwischen ca. 0,8 und ca. 10 Prozent. Das ist eine beachtliche Spanne.

Aber wie hoch sind die Beträge für Risiko und Kosten präzise? In der gängigen Beratungspraxis gibt es für solche Fragen selten Platz. Sobald man sich vor Augen führt, dass es einen erheblichen Unterschied machen kann, ob man für Risiko und Kosten knapp 40 Prozent oder weniger als 10 Prozent des Monatsbeitrages bezahlen könnte, fragt man sich, wie kommt es, dass dies nicht zum Thema gemacht wird. Stattdessen wird die Furcht vor der Altersarmut bedient und nach geleisteter Unterschrift versichert, dass man die richtige Wahl getroffen habe.

In den Medien stellt man einen Vergleich an über die Verzinsung der Lebensversicherung mit der des Sparbuches und kommt zu dem Schluss, dass die Verzinsung der Lebensversicherung “ordentlich” sei. Aber ist das zutreffend? Mal unabhängig davon, dass man so eine langfristige Vertragsform wie die Lebensversicherung kaum mit einem Sparbuch mit 3-monatiger Kündigungsfrist vergleichen kann, ist selbst die Aussage über die Rendite bedenklich. Ein Sparbuch hat keine Kosten, die Lebensversicherung sehr wohl. Bis zu 3 Jahresbeiträge werden für die Provisionszahlung erstmal ins Minus gebucht. Das bedeutet, dass in den ersten und entscheidendsten Jahren diese Kosten abgetragen werden müssen und lediglich äußerst wenig Kapital aufgebaut wird, welches verzinst werden könnte. Und als nächstes? Von 100 Euro, die auf ein Sparkonto eingezahlt werden, werden 100 Euro sofort verzinst. Von 100 Euro Prämie, die in eine Lebensversicherung gezahlt werden, werden nur 60 – 90 Prozent verzinst. Und ob es 60 oder 90 Prozent werden, ist in der Regel Glücksache, welchen Anbieter man sich aussucht.

Sparbuch schlägt Lebensversicherung

Ein Sparkonto mit beispielsweise 0,5 Prozent Zinsen, auf das jeden Monat 100 Euro eingezahlt werden, besitzt nach 10 Jahren ein Guthaben von 12.306,87 Euro. Hat man ein gutes Händchen und wählt einen Anbieter mit nur 20 Prozent Risiko-/Kostenquote, müsste ein Versicherungsvertrag eine Verzinsung von 4,852 Prozent aufweisen, um mit dem Sparbuch gleichzuziehen. Und dies alleinig, wenn keine Vermittlungsprovision gezahlt würde. Wenn man ebendiese mitberücksichtigen würde, bräuchte die Versicherung tatsächlich 16,921 Prozent, um mit dem Sparbuch Schritt halten zu können. Die Aussage, eine Lebensversicherung hätte im Vergleich zum Sparbuch eine attraktive Rendite, ist bestenfalls verwegen. Und was ist mit den vielen Versicherungskunden, die jeden Monat einen größeren Anteil an Kosten- und Risikoprämie in den Wind schießen?

Aber berechnen wir noch einmal mit mehr Zeit bei gleicher Ausgangsstellung. Auf das Sparkonto mit 0,5 Prozent Zinsen fließen monatlich 100 Euro, wie gehabt. Nach 30 Jahren läge das Ersparte bei 38.840,93 Euro. Die Lebensversicherung benötigte einen garantierten Zinssatz von 2,85 Prozent, um mitzuhalten. Bei einer Risiko-/Kostenquote von nur 10 Prozent benötigte die Lebensversicherung einen garantierten Zinssatz von 2,046 Prozent. Der garantierte Zinssatz der Lebensversicherung liegt hingegen seit 2012 bei 1,75 Prozent, seit 2017 bei nur 0,9 Prozent. Die Jahre, an denen der Garantiezins bei 4 Prozent lag, sind bereits lange passé. Das war von 1994 bis 1999. Aber zu dieser Zeit lagen andere festverzinsliche Angebote deutlich höher als 4 Prozent. Die komplette Verzinsung, welche sich aus Garantieverzinsung und Überschussbeteiligung zum Abschluss der Sparphase zusammensetzt, lag 2018 im Durchschnitt noch bei 2,4 Prozent. Auch diese Verzinsung würde das Sparbuch mit 0,5 Prozent Zins nicht übertreffen.

Ältere Lebensversicherungen, die in den Jahren vor 2005 abgeschlossen wurden, beinhalten noch hohe Zinsgarantien von bis zu 4 Prozent jährlich. In diesen Zeiträumen befand sich auch die Gesamtverzinsung fallweise über 7 Prozent. Selbstverständlich lässt sich eine bessere festverzinsliche Geldanlage nun kaum finden. Doch Zinsen sind ja nicht alles. Unkosten sind ein erheblicher, renditemindernder Faktor. Warum liest man darüber nichts?

Hauptproblematik bleibt im Verborgenen

Das essenzielle Problem der Lebensversicherung liegt überhaupt keineswegs in der Verzinsung, den Kosten oder der Risikoprämie. Lebensversicherungen sind Geldwerte und als ebendiese gar nicht tauglich für eine langfristige Vorsorge, denn Geldwerte werden durch die Inflation aufgezehrt. Das statistische Bundesamt weist für 2018 eine durchschnittliche Preissteigerungsrate von 1,8 Prozent aus. Das sagt aus, dass die Preise Produkte des offiziellen Warenkorbes, der zur Feststellung der Teuerungsrate festgesetzt wurde, um 1,8 Prozent angestiegen sind.

Das Problem mit dieser amtlichen Inflationsrate ist, dass diese nicht auf jeden Haushalt zutrifft. Der Warenkorb ist für jeden Haushalt verschieden. Dementsprechend wirken sich Preissteigerungen verschiedener Produkte und die Häufigkeit des Kaufes dieser auch individuell aus.

Dazu kommt, dass die Schuld-Geldsysteme alle ein Ablaufdatum haben. Sofern sich die Währung auflöst, lösen sich Geldwertanlagen ebenfalls auf. In der Vergangenheit gab es hierfür zahlreiche Belege.

Inflationsschutz mit Edelmetallen

Der einzige sinnvolle Weg, Vermögen verlässlich zu speichern, kann nur über Sachwerte machbar sein, die von der Geldentwertung nicht betroffen sind. Edelmetalle beispielsweise, besonders Gold sind ideale Vermögensspeicher und das bereits über Jahrtausende.

Im antiken Rom kostete beispielsweise eine gute Robe eine Unze Gold. Ein Maßanzug kostet heute noch immer eine Unze Gold. Das Modell T von Ford kostete 1908 850 USD, also 1.300 Gramm Gold. Ein guter Mittelklassewagen kostet gegenwärtig rund 55.000 Euro, also etwa 1.300 Gramm Gold. Anhand dieser Beispiele kann eindrücklich aufgezeigt werden, wie solide Gold als Vermögensspeicher verwendet werden kann. Man könnte noch viele weitere Beispiele dafür finden.

Ein Sachverhalt aus der Lebensversicherungspraxis kann den Gegensatz darlegen. Jede beliebige Lebensversicherung, mit einer Laufzeit von zum Beispiel 30 Jahren, besitzt den Effekt, dass zum Zeitpunkt des Abschlusses die in Aussicht gestellte Endauszahlung sehr hoch erscheint. Letztendlich soll dieses Produkt als Zuschuss zur Alterssicherung dienen. Jedoch verändert sich dies innerhalb von 30 Jahren vollends. Die Ablaufleistung reicht dann meistens nicht einmal einigermaßen aus, um ein echter Zuschuss für das Alter zu sein, denn Löhne und Preise haben 30 Jahre Inflation durchlebt. Hatte man bei Abschluss noch den Eindruck, das Geld würde für ein schönes Eigenheim reichen, bekommt man bei Ablauf mit etwas Glück gerade noch einen Kleinwagen.

Werthaltige Güter erhalten ihren Wert. Die Anschauung, dass diese wertvoller werden, ist nur bedingtzutreffend. In Wahrheit verliert das Geld stetig an Kaufkraft. Wenn die Kaufkraft der Währung nachlässt, bedeutet das, dass die Preise ansteigen. Daraus formt sich die Auffassung, dass Sachwerte immerzu teurer werden, dass z. B. Immobilien eine Wertsteigerung durchlaufen. Doch in Wirklichkeit muss man durch den Kaufkraftverlust immer mehr Geld aufwenden, um werthaltige Sachwerte wie Immobilien, Gold, Rohstoffe etc. zu erwerben.

Eine Vorsorge auf Anlageformen aufzubauen, die von der Entwicklung des Geldes anhängig sind, ist demzufolge eine leichtfertige Sache. Sinnvoller wäre es, sich auf Anlagen zu konzentrieren, die unabhängig von der Geldwertentwicklung sind. Hier sind besonders Edelmetalle geeignet. Besonders Gold hat sich seit Jahrtausenden als verlässlicher Wertspeicher etabliert und wird das auch in Zukunft tun. Gold ist ein begrenzter Rohstoff und eignet sich sehr gut zur Vorsorge. Jedes Portfolio sollte Edelmetalle an Bord haben. Hierbei waren die Experten bisher der Ansicht, dass 10 – 20 Prozent des Vermögens in Edelmetallen investiert sein sollten. Zwischenzeitlich sind viele dieser Fachleute der Meinung, dass der Edelmetallanteil auch deutlich größer sein darf. Wer ein Drittel seines Gesamtvermögens in Edelmetalle investiert, kann damit nichts falsch machen.

Die PIM GOLD GmbH mit CEO Mesut Pazarci, aus Heusenstamm nahe der Finanzmetropole Frankfurt am Main ermöglicht den physischen Kauf der Edelmetalle Gold, Silber, Platin und Palladium. Auf diese Weise können die Vorteile verschiedener Edelmetalle kombiniert werden. Die Lagerung im Zollfreilager ermöglicht es den Kunden der PIM, jederzeit ihre Edelmetalle physisch abzuholen und mit nach Hause zu nehmen. Mehr Sicherheit geht nicht.

Bildrechte: Bernd Liebl, Magdeburg